Fische und mehr bunte Fische

Afghanische Frauen und Fische 

Seltsam, seltsam, Fische in Afghanistan! Diese Idee mag auf den ersten Blick absurd erscheinen. Dieses ausgesprochen gebirgige Land hat kein Meer, doch gerade die Kombination verschiedener Ideen führte dazu, dieses Thema für den Wettbewerb „Pour l'Amour du Fil“ 2025 in Nantes vorzuschlagen. 

Bei archäologischen Ausgrabungen wurden weniger als 20 km von Laghmani entfernt kleine Glasfläschchen in Fischform entdeckt, vermutlich für Parfüm. Das antike Rom war also schon so weit vorgedrungen! Einige Fläschchen sind im Musée Guimet für Asiatische Kunst in Paris ausgestellt. Diese fischförmigen Glasfläschchen bilden zusammen mit vielen anderen (goldenen) Objekten den Schatz von Bagram, der aus dem 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr. stammt. J.-C. 

Da sind die reißenden Gewasser, die vom Pandschir-Tal herabfließen, mit dem Hindukusch-Gebirge im Hintergrund, unweit der Shomali-Ebene, wo die Stickerinnen leben. Dieser Gebirgsfluss liefert nicht die Fische, die jetzt an den Ständen der Hauptstadt angeboten werden. Sie stammen aus zwei Aquakulturanlagen südlich von Kabul. Doch wer kann sich diese Fische leisten? Sicher nicht die Stickerinnen, für die dieses Tier ein unerschwingliches Exotisches bleibt. 

In den Dörfern gibt es mehrere kleine Teiche. Diese Wasserreservoirs spenden etwas Abkühlung, und in ihrem grünen Wasser schwimmen orangefarbene Fische: die einzigen Fische, die die Stickerinnen je gesehen haben. 

Dieses Tier ist einigermaßen bekannt, vielfach erfunden und offenbart die fantastische Fantasie der Stickerinnen – ein Reich, wo wohl das einzige ist, in dem alles möglich ist! 

Diese Ausstellung kann ausgeliehen werden. 

Hier ist eine kleine Auswahl an Werken.