Wie Blumen gehören auch Vogelmotive in der Stickerei zur afghanischen Tradition. Viele Familien halten Vögel in Käfigen. Im Basar von Kabul, der fast ein eigenes Viertel bildet, gibt es eine ganze Gasse, die ausschließlich Vögeln gewidmet ist. Vielleicht sind sie ein Symbol der Freiheit, ein Thema, das den Afghanen sehr am Herzen liegt, da ihre eigene Freiheit seit über 40 Jahren eingeschränkt ist und insbesondere die der Frauen willkürlich beraubt wurde.
Afghanische Frauen sticken Vögel, die ihrer Fantasie entsprungen sind, wo Form und Farbe keine Grenzen kennen, aber auch naturgetreue Vögel, wie von der Tafel eines Ornithologen, bei denen man den Vogel benennen kann.
Die Ausstellung „Wenn ich ein Vogel wäre“ präsentiert Quilts von europäischen Künstlerinnen, die die afghanischen Vogelstickereien mit Begeisterung entdeckten und den unwiderstehlichen Drang verspürten, sie in ihre Textilarbeiten zu integrieren. Wir haben hier mit einer kleinen und feinen Ausstellung zu tun, die um die 12 Werke beinhaltet, von Ganztüchern in Afghanistan gestickt, bis klassischen Pachworkwerken bis hin zu Mix-media-Werken.
Die Größen der Werke sind unterschiedlich, aber in allen wurde mindestens eine Stickerei der Afghanin eingearbeitet. Diese Ausstellung kann ausgeliehen werden, sie ist ideal für relative kleine Ausstellungsräumlichkeiten.